| Karin Jirku | ![]() |
Ein älterer Herr geht mit seiner Ehefrau in Wien spazieren. Ein dunkelhäutiger Bub kommt ihnen entgegen, verlangt in brüchigem Deutsch nach ein paar Euro. Noch bevor der Herr darauf reagieren kann, spürt er die Klinge eines Messers an seiner Hand und muss blutüberströmt ins Spital eingeliefert werden. So passiert vor ein paar Wochen auf der Kärntner Straße, behauptet Ursula Stenzel, Bezirksvorsteherin der Inneren Stadt und somit „letzte Anlaufstelle“ bei Beschwerden dieser Art. Sie meint über derartige Sachverhalte zuhauf referieren zu können: Es handle sich um den Prototyp einer „organisierten Bettelbande“, die in Wien ihr Unwesen treibt.
„Es werden immer wieder Kinder in Innenstadtcafes gesichtet, wo ihre Kontrollore versteckt sind und dort Café trinken. Denen liefern sie dann das erbettelte Geld ab. Wenn man die Polizei verständigt, empfinden die Beamten das als Nötigung, weil Kinder man ja nicht verhaften kann“, seufzt Stenzel. Diese schiefe Rechtslage möchte sie ändern. Ein generelles Bettelverbot müsse her.
Doch ihr Hilferuf in Richtung Wiener Rathaus verhallt. Ein generelles Bettelverbot stößt bei Bürgermeister Häupl auf vehemente Ablehnung. „Statt Menschen in sozialer Notlage zu kriminalisieren, sollte man die Ursachen bekämpfen“, heißt es dort knapp.
Stenzel kann das nicht verstehen: „Dabei bleiben Busse am Stephansplatz stehen, Menschen werden ausgeladen und mit Krücken versorgt. Die, die vorher munter gehen, hinken plötzlich. Das ist zwar alles sehr traurig, hat aber mit einer gerechtfertigten Bettelei nichts zu tun, sondern ist organisiert!“, weiß sie zu berichten. Immer wieder wenden sich belästigte Bewohner des ersten Bezirks an sie, die derartiges beobachten. Und sie fahre schließlich auch mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zur Arbeit, „da sieht man einiges!“
Alleine ist besser als organisiert
„Organisiertes Betteln“ wird nach dem Wiener Sicherheitsgesetz (§2) zur Anzeige gebracht. Dieser schwammige Begriff der Organisation definiert fast ausschließlich ausländische Bettler aus Osteuropa, die in U-Bahnhöfen oder vor Kirchen knien, Frauen mit kleinen Kindern oder körperbehinderte Männer, die in Gruppen nach Wien gekarrt werden. Wie sie genau nach Wien zum Betteln kommen, kann sich Stenzel gut ausmalen: „Das ist die Mafia! Die kommen mit Bussen. Das sind EU Bürger und sagen sicher nicht an der Grenze: Wir kommen rüber um zu betteln!“
Die, das sind laut Polizei zu zwei Drittel Roma und Sinti aus der Slowakei. Stenzel ist überzeugt, dass keiner es nötig habe zu betteln. Auch in Südosteuropa nicht, denn die EU subventioniere schließlich Sozialprojekte in Milliardenhöhe. „Ich sehe es nicht ein, dass junge Menschen, die die Chance haben in ihrem Land eine Ausbildung zu erhalten, in der inneren Stadt herumhumpeln und betteln müssen.“

Inländer organisieren sich nach Stenzels Meinung nicht. Wenn ein österreichischer obdachloser Alkoholiker beim Fahrkartenschalter nach ein paar Cents frage, dann sei das eben die „heimische Art zu betteln“, so Stenzel. „Auch ein armer Teufel, aber das ist ja kein Betteln im klassischen Sinne.“
| Kommentar von: Nina Eggenhofer am 05. Dezember 2007 11:28 | |
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| Kommentar von: Zuversicht123 am 05. Januar 2008 14:27 | |
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Da kommen diese messerstechenden, dunkelhäutigen Mohrenkinder (vielleicht war es aber auch nur ein im Normalfall eher hellhäutiges, tschetschenisches Asylanten-Gschrapp, das grad sonnengebräunt vom erschlichenen Kärnten-Urlaub zurück gekommen ist, dunkelhäutig ist immer irgendwie ganz brauchbar, da könnten im Bedarfsfall auch die Roma reinpassen, Burgenlandkroaten) im Schlepptau ihrer flanierenden – unangreifbaren - Rabenväter wie Albträume über die guten (vielleicht manchmal nicht ganz vorurteilsfreien) Bürgersmenschen des ersten Bezirks und zu Recht fürchtet sich der gelernte Christ - und nicht nur der, aber dieser eben besonders oft besonders „sehr“ - vor den Folgen von soviel Niedertracht. Aber was bitte hat dieser oberordinäre, brutale Kriminalfall (gegen den es ja wohl genügend gesetzliche Bestimmungen gibt) mit den paar ausländischen Bettlern zu tun, die hier in Wien ihr in der Regel bitterarmes Leben zu verbessern suchen Zur Auffrischung: nicht alle Deutschen/Österreicher waren/sind Nazis, nicht alle Polen sind illegale Putzfrauen/Diebe, nicht alle Schwarzen dealen, nicht alle Katholiken sind Heuchler... .(falls Ihnen die Lösung dieses „Rätsels“ schwer fällt: nicht alle ausländischen Bettler sind kriminell und/oder kriminell organisiert)! Und die Bettlermafia, die mit Bussen Menschen hierher schleppt und gesunde, zum Betteln auserkorene Menschen mit Krücken ausrüstet (schon mal beobachtet, dass die nach dem Aussteigen aus den Schlepperbussen bei den zum Betteln angeschleppten Personen schon mal auch gesunde Gliedmaßen abschrauben, funktionsfähige Hände oder Füße einsammeln, grauenvolle Geschwüre austeilen, nein?! Gegen dieses hochkomplexe Betrugsszenario soll es keine gesetzliche Handhabe geben – lächerlich (!!!) ABER: es ist aufwändig in der Recherche und natürlich noch aufwändiger in der Verfolgung (anders ausgedrückt: die laufen gelegentlich davon; das haben sie gemeinsam mit Taschendieben, mit Trickbetrügern etc. etc. und unterscheidet sie nebenbei ganz grundsätzlich von den normalen Bettlern, die in der Regel jedem „Kappl“ bedingungslos brav auf eigenen Gliedmaßen hinterher watscheln! Übrigens: vielleicht schon bemerkt, es gibt aktuell kaum noch Menschen bei uns, die unter zur Schaustellung körperlicher Gebrechen betteln – Geschichten bestenfalls von vorgestern oder aus der Dreigroschenoper! Wie man sieht sind all diese Vorhalte aber immerhin recht brauchbar, um den paar Bettlern und Bettlerinnen, die bisweilen auch mit ihren Kindern da an öffentlichen Plätzen in Wien rumsitzen und – im ersten Bezirk wohl auch - den Umsatz von einigen Kürschnern, Miederwarenverkäufern, Schmuckhändlern etc. ernsthaft zu bedrohen scheinen so mir nix, dir nix ein höchst abträgliches Naheverhältnis zu all diesem hochkriminellen Unrat umzuhängen. Wer nicht davon läuft wird wohl auch nicht zurücklangen, oder? Mit welchen der Betroffenen Damen oder Herrn Bettler haben Sie im Rahmen Ihrer Recherche gesprochen? Und die tollen Ausbildungs-und Erwerbschancen, die die EU diesen allesamt im wesentlichen schreib- und leseunkundigen Damen und Herren offeriert, na die soll mir die Stenzl dann bitte vorhüpfen! Ich geh aber davon aus, dass dieser Aufenthalt in Wien und die soziale und kulturelle Erfahrung dieser wenigen Menschen hier aus einigen dieser Modernisierungsverlierer wohl mit etwas Glück Modernisierungsgewinner machen könnte (wenn wir das denn nur zulassen möchten!) Und an jedem dieser Menschen hängen eine beträchtliche Anzahl von Angehörigen, deren Schicksal so beträchtlich erleichtert werden könnte! DAS ist mindestens soviel wert wie die täglichen Zuwendungen und leicht - mit etwas Offenheit und Freundlichkeit - zu unterstützen! Es ist alles so kompliziert, hm? Da ist es doch viel einfacher, ein wenig auf den Busch zu klopfen und das Bettelverbot zu verschärfen! Es wird sich recht schnell herausstellen, dass es ein Irrtum ist, wenn irgendjemand meint, damit die beschriebenen kriminellen Umtriebe auch nur etwas in den Griff bekommen. Aber für das politische Kleingeld, dass damit gemacht wird, zahlen andere, deren Schicksal Sie so offensichtlich so unbarmherzig wenig kümmert und die zu sehen, Sie – jedenfalls im ersten Bezirk - so dringend vermeiden möchten (Armut schmerzt – weshalb nicht ganz einfach Abhilfe schaffen???). Nur sehr aufmerksamen Mitmenschen wird klar sein, dass langfristig selbstverständlich auch wir die Zeche für diesen Aktionismus mitzahlen. Es wird der Zeitpunkt – verdammt schnell – kommen, da werden wir uns alle hier bei uns so sehr wünschen, wir hätte im rechten Moment vorgelebt, welcher Wert darin besteht, auch mal – ganz unvernünftig bloß - zu teilen! |
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